Hans Huyssen
In Südafrika geboren und aufgewachsen, studiert Hans Huyssen in Stellenbosch, Salzburg und München Cello und Komposition. Wesentlich prägend sind dabei Harnoncourts Salzburger Seminare über historische Aufführungspraxis und die Kompositions Meisterklassse bei Hans-Jürgen von Bose. Daraus resultieren einerseits eine intensive Konzerttätigkeit als Cellist mit diversen Ensembles auf historischen Instrumenten, andererseits eine stets anwachsende Werkliste, die inzwischen mehr als 50 Kompositionen umfaßt.
Als später, aber auf Grund seiner Biografie besonders nachhaltiger musikalischer Einfluss, tritt noch die traditionelle afrikanische Musik auf den Plan. Die vertiefte Auseinandersetzung mit dieser prähistorischen Form von Alter Musik führt ihn im Jahr 2000 nach Südafrika zurück und stellt ihn im Kontext des kulturellen Umbruchs dieses Landes seitdem vor Herausforderungen der besonderen Art. Als Antwort auf den äußerst komplexen lokalen Kontext entstehen zahlreiche größere Projekte, mit unterschiedlichen Ansätzen, einen für die kulturelle Vielschichtigkeit relevanten musikalisch Ausdruck zu finden: zwei CD Produktionen (Fynbos Calling und Remember Dido), afrikanisch interpretierte Barockopern-Produktionen (Dido und Aeneas), die Kollaboration mit traditionellen Musikern (The Songs of Madosini und Ciacona & Tshikona) und die Aufführung der eigenen afrikanischen Oper MASQUE (mit Ilija Trojanow) seien stellvertretend genannt.
Huyssen erhielt Kompositionsaufträge von der SAMRO, dem National Arts Council (Südafrika), dem Audi Kulturfonds, der Siemens Kulturstiftung, dem Münchner Kammerorchesters, der Südafrikanischen Heinrich Schütz Gesellschaft, der Pro Helvetia, der Deutschen Welle, Cape Classic, MIAGI u.a.
Kompositionen wurden vom Österreichischen Ensemble für Neue Musik (ÖENM), dem Mozarteum Orchester Salzburg, den Münchener Symphonikern, der Deutschen Kammerphilharmonie, dem Münchener Kammerorchester, dem Chamber Orchestra of South Africa (COSA), dem Johannesburg und Cape Town Philharmonic Orchestra (JPO, CPO), dem South African National Youth Orchestra (SANYO), dem Sontonga und Amici Quartett, dem Dresdener Kreuzchor, dem Ensemble Uthingo, Ensemble Noir und anderen aufgeführt. Rundfunkaufnahmen von Dirigaten und Kompositionen mit dem ORF, SABC, BR, Deutschlandradio Berlin und der Deutschen Welle liegen vor; ebenso Veröffentlichungen bei Ries & Erler und dem Neue Musik Verlag, Berlin.
Seit 2005 lehrt er als senior lecturer an der University of the Free State in Bloemfontein. Weiters ist er Leiter des Münchener Ensemble così facciamo, das sich mit der Aufführung Alter und Neuer Musik auf Alten Instrumenten, als auch durch erfolgreiche Barockoper-Produktionen zunehmend einen Namen macht. |